Einschränkung der Asozialkontakte

„Das Einschränken der Sozialkontakte ist eine große Herausforderung für uns alle.“

„Soziales Leben findet in der gewohnten Form nicht mehr statt.“

Keine echten Zitate, sondern gefühlte. Aussagen, die in der letzten Woche von den unterschiedlichsten Menschen in die unterschiedlichsten Sätze gepackt waren. Manchmal finde ich mich darin wieder. Manchmal empfinde ich aber auch das Gegenteil.

Shame on me.

Ich bin ein bisschen erstaunt über mein eigenes Empfinden, die eine oder andere deutliche Einschränkung in meinem Alltag auch ein Stück weit als Ent-Lastung wahrzunehmen. („Ich würde mich ja gerne mit Dir/Euch treffen. Aber geht ja zur Zeit leider nicht…“. „Schade, dass die Feier abgesagt wurde, ich hatte mich schon darauf gefreut. Aber ist ja auch das Vernünftigste.“) Nicht gesagt. Noch nicht mal gedacht. Aber manchmal ein bisschen gefühlt.

Ich will das nicht so wahrnehmen. Zumal das auch nicht meiner bisherigen Selbstwahrnehmung entspricht. Aber es gibt mir Hinweise, dass vielleicht manch einer meiner alltäglichen Sozialkontakte gar nicht so sozial ist. Hm. Die Dauer der Isolation wird wohl aufzeigen, wo bei mir die Trennlinie zwischen Sozial- und Asozialkontakten liegt.

Vielleicht ist auch die Wortschöpfung „Sozialkontakt“ in diesem Kontext einfach irreführend. Ist der Kontakt sozial? Oder sind es die Personen? Offenbar werde ich durch den Kontakt entweder zur Sozial- oder zur Asozialperson.

Liegt also vielleicht an mir. Ist vielleicht aber auch egal, woran das liegt.