Darwin’s Exit-Strategie

Ok, der Lehrerverband träumt von einer schrittweisen Öffnung der Schulen nach Ostern. Die Wirtschaft will wieder wirtschaften, bevor alles in Scherben liegt. Die Leute wollen wieder raus, viele müssen wieder arbeiten weil demnächst die Kohle alle ist.

Verständlich, seh ich auch so, geht mir auch so. Dann lasst uns doch mal die offenen ethischen Fragen dieser Exit-Strategie besprechen. Was ja klar ist, nur weil wir u.U. die Kurve geplättet haben, ist Corona ja nicht weg.

Familie Eins:

Kind hat seit Kleinkindalter einen schweren Lungenschaden. Covid-19 wäre der relativ sichere Tod. Nehmen wir an, die Schulen öffnen wieder, gilt dann unter Corona die Schulpflicht?

Familie zwei:

Vater befindet sich Grade in der Rekonvaleszenz-Phase nach OP (und Chemo) die er wegen seines Darmkrebs hatte. Covid-19 würde leider auch ihn ziemlich sicher ins Grab bringen. Achja, hypothetisch hat diese Familie drei Kinder. Muss Vater jetzt ausziehen? Was wenn er Alleinerziehend ist?

Familie drei:

Die Grosseltern wohnen mit im Haus, stattliche 97 und 99 Jahre alt. Kinder sollen wieder in die Schule. Sind Oma und Opa ein Kollateralschaden? Alt genug?

Familie vier: Kerngesunde Eltern die im Home Office arbeiten, gesundes properes Einzel-Kindchen, welches in Bildungsbürger-Schule im Speckgürtel geht. Jackpot!

Also: wird hier jetzt wirklich eine darwinistische Überlebenslotterie kommen? Oder sollten wir mal anfangen eine Diskussion darüber zu führen wie die Exit-Strategie aussehen könnte, damit sie nicht die Gesunden und Wohlhabenden bevorzugt und für alle anderen ein russisches Roulette wird?

P.s.