Alien vs. Zombies

Was wird eigentlich passieren wenn die Pandemie über uns hinweggezogen- und die Kontaktsperre aufgehoben ist? Wie werden wir weiter machen?

Ich glaube dass die Geschichten die wir uns dann gegenseitig Erzählen, entscheidend dazu beitragen werden, was danach passiert. Werden wir die Gelegenheit nutzen um uns grundsätzliche Fragen zu stellen und Dinge ändern? Oder wird alles zurückkehren zum Altbekannten?

Das Thema ist zu wichtig um es den üblichen Verdächtigen zu überlassen. Deshalb wage ich hiermit den Versuch, laut um über ein mögliches Drehbuch für einen Film für danach nachzudenken, der uns alle dazu bringen wird klüger, wacher und aufgeschlossener durch die Welt zu spazieren (dann auch wieder in größeren Gruppen).

Ok!

Die Ausgangslage: Ein Virus attackiert die gesamte Menschheit rund um den Erdball. Er bedroht Leben und die gesamte Wirtschaftsordnung. Virologen, Ärzte und Poliker und andere Profis tun ihr Bestes dafür, damit das Virus nicht gewinnt.

Natürlich kann ich mir dafür jetzt unterschiedliche Protagonisten und Handlungen ausdenken und beispielsweise einen Krimi daraus machen, oder eine romatische Komödie oder oder oder…

Hmmmmm… Keep it simple, stupid!

Ok. Klingt erstmal nach einem Action Thriller oder Horrorfilm, finde ich.

Ich habe gelernt, dass deutsche Actionthriller nicht gehen. Also entscheide ich mich für einen Horrorfilm (Ist eh billiger zu produzieren).

Alles klar!

So, und jetzt? Was möchte ich da eigentlich als Botschaft rüberbringen? Schließlich will ich ja meinen Beitrag dafür leisten, das sich Dinge ändern und am Ende alle bessere Menschen sind in einer besseren Gesellschaft und ….

… Ähhhm (das hier ist ein Platzhalter für eine nicht stattfindende Gehirnfunktion)

…(buttheadesques lachen)…

Planloses Wühlen in einem großen eingestaubten Karton auf einem imaginären Dachboden. Berge von Büchern, Seminare, alte Träume, Ambitionen, Rückschläge, Erich Fromms Haben oder sein, Die Szene von Trainspotting, in der Renton in die Toilette abtaucht um sein Valiumzäpfchen herauszufischen und dabei durch die schönsten Fische und Korallenriffe schwimmt…

…Gluglu

gluck.

In seinem Essay The American Nightmare: Horror in the 70s unterscheidet Robin Wood zwischen dem reaktionären und dem progressiven Horrorfilm.

Beim reaktionären Horrorfilm handelt es sich um ein Narrativ, dass die bestehende Ordnung stützt. Die Welt wird, bzw. die Protagonisten werden, von einem fremden Monster bedroht. Am Ende wird das Monster zurückgeschlagen und die alte Ordnung wiederhergestellt. Das Fremde, wo immer es auch hergekommen sein mag, wird besiegt. Die Geschichte ist abgeschlossen. Fragen warum und wieso oder ein Perspektivenwechsel, sind nicht relevant. Ein typisches Beispiel hierfür wäre die Alien Reihe.

Im progressiven Horrorfilm werden die Protagonisten am Ende besiegt, oder besser, infiziert und somit Teil der neuen Ordnung. Der Zuschauer geht mit einem anderen Gefühl aus dem Film. Falls man sich mit den Kampf der Protagonisten identifiziert hat (die meisten Filme sind so angelegt, dass man das wollen soll), wird man tendenziell enttäuscht werden: Das Monster, das Virus, das Fremde, wird nicht besiegt, ganz im Gegenteil, es hat gesiegt! Und es arbeitet weiter… Dies ist ein Narrativ, dass die alte Ordnung in Frage stellt. Typische Vertreter dieser Kategorie sind Zombie-Filme.

…Gluglugluck.

Luft-schnapp, Sauerstoff-ans-Gehirn-send.

Ausatmen.

Ein Zombie-Film also.

Und das Ende der Geschichte wird uns ratlos und verunsichert zurücklassen. Aber es geht weiter. Wir wissen nur noch nicht wie, weil wir uns komplett neu orientieren müssen, und weil uns dabei die alten Antworten nicht helfen können.

(to be continued)